1. internationales Projekttreffen

Petrklic Help, z.s. / Cesky Tesin (Tschechien) 16.-20.04.2018

Vom 16.-20. April haben sich in der internationalen Kleinstadt auf der tschechisch-polnischen Grenze ein zwölfköpfiges Team aus Italien, Kroatien, Tschechien, Polen, Belgien, Portugal und Deutschland versammelt, um den Start eines langfristigen Projektes zu planen. Die Leiter und Mitglieder der verschiedenen NGOs aus Europa haben es sich zum Ziel gesetzt, zahlreiche Grenzen zu vergessen, nach dem Vorbild der Grenze zwischen Tschechien und Polen mitten in der Stadt, die man nur noch an den Straßenschildern erkennen kann. Dies ging so weit, dass während einer Reflexion die Frage aufkam: In welchem Land sind wir gerade eigentlich?

Start4Change ist ein Programm, das durch Schulungen von Trainern, Workshops, und Fusion von bereits bestehenden Projekten junge Menschen dabei unterstützt, ihr eigenes Business vor einem sozialen Hintergrund aufzubauen. Genau hierbei sollen soziale Grenzen vergessen werden und sonst ausgeschlossene und benachteiligte Gruppen den gleichen Zugang zu Bildung und Unterstützung bekommen, wie sie dem Rest der Gesellschaft zur Verfügung stehen. Auch die zeitliche Grenze soll dieses Projekt überschreiten, denn das langfristige Ziel ist nach den 2,5 Jahren Laufzeit dieses Projektes einen Fußdruck hinterlassen zu haben, aus dem ein Wald an Möglichkeiten für weitere Projekte heranwächst - auch im Hinblick auf grüne Startups, die unsere Welt schützen.

So hat unsere bunte Gruppe in fünf Tagen nicht nur Meetings gehabt und fleißig Brainstorming betrieben, um über Workshops, Seminare und ihre Produkte zu diskutieren, sondern auch bei der Stadtsäuberung mit angepackt und Workshops über Ökologie und Natur beim Tag der Erde angeboten.

Dies ist der Anfang einer neuen Zusammenarbeit, die die Weise, wie wir über Wirtschaft, Firmen und Soziales denken, ein Stück verändern wird.

1. internationales Training

UEZ / Krizevci; Mariapoli Faro (Kroatien) 15.-21.10.2018

 

Das erste von drei Trainings führte unsere Teilnehmer*Innen nach Kroatien, genauer gesagt in die Stadt Krizevci. Auf dem Gelände der Mariapoli Faro waren neben den Unterkünften auch die Seminarräume untergebracht, so dass die morgendlichen Wege kurz waren. Mit einer riesigen Außenfläche bot das Gelände auch genug Raum für kleinere, aber auch mal größere Verschnaufspausen an der frischen Luft.

Die Gruppe umfasste insgesamt 20 Teilnehmer*Innen aus sieben Ländern und war auch von der Altersstruktur sehr durchmischt. Da die Gruppe sehr divers war, wurden die ersten 1 1/2 Tage genutzt, um sich besser kennen zu lernen. Neben der klassischen Vorstellungsrunde hatten die Teilnehmer*Innen auch die Chance ihre aktuellen Projekte im Plenum zu teilen, um schon einmal Input zum Austausch innerhalb der weiteren Tage zu liefern. Darüber hinaus zeigten die Projektvorstellungen die Vielfältigkeit und aufgrund der vielen Verknüpfungsmöglichkeiten das Potential innerhalb dieser Gruppe. Mit Hilfe des "Talente Tetris" konnte jeder individuell seine Stärken, die er während des Projekts einbringen wollte, für die anderen sichtbar machen. Vor allem in Hinblick auf Gruppenarbeiten konnten somit die Stärken gleichmäßig verteilt werden.

Nachdem sich die Gruppe besser kennen gelernt und sich einen Überblick über das Potential der nächsten Tage verschaffen konnte, wurde dank der "Sociocracy-Methode" das Wochenprogramm erstellt. Da die Methode darauf beruht, dass jede Person angehört wird und bei Unstimmigkeiten solange nach Lösungsansätzen gesucht wird, bis jedes Mitglied zufrieden ist, konnte am Ende ein Programm erstellt werden, mit dem die gesamte Gruppe zufrieden war.

In den nächsten Tagen wurde dann teilweise auch parallel in mehreren Sessions an verschiedenen Themen gearbeitet. Mal wurden Projekte weiterentwickelt und modifiziert, mal wurden neue Projektideen angestoßen und entwickelt. In diesem Rahmen wurde zudem noch eine Session angeboten, wie überhaupt Projektanträge gestellt werden, was die einzelnen Schritte sind und was dabei beachtet werden muss.

Über die Woche verteilt schärfte zudem der Mentaltrainer Stefano Manni von unserem italienischen Projektpartner VeraTerra in einer dreigeteilten Veranstaltung unsere Sinne und ließ uns unseren Zielen - zumindest mental - näher kommen. Mit Sergej Lugovic von der Zagreber University of Applied Sciences konnten wir außerdem noch einen spannenden Gastredner für das Projekt gewinnen, der uns und lokalen Gasthörern einen interessanten Vortrag zum Thema "Ecosystem of socio technical System" präsentierte. Der kroatische Spätsommer verwöhnte uns außerdem die meiste Zeit mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein, weshalb es sich unsere Gruppe nicht nehmen ließ, einzelne Programmpunkte im Freien abzuhalten.

Neben den interessanten Vorträgen und Sessions, von denen die Teilnehmer*Innen viel mitnehmen konnten, trug das erste Training vor allem zur besseren Verknüpfung bei. Nicht nur die Gruppenmitglieder haben sich dabei vernetzt, sondern es konnten auch bestehende und zukünftige Projekte bzw. Projektinhalte miteinander verknüpft werden. Wir sind daher gespannt, was sich noch alles aus dem Projekt entwickelt, der Start für einen Wandel ist jedenfalls gelungen.

2. internationale Projekttreffen

UEZ / Krizevci; Mariapoli Faro (Kroatien) 22.-24.10.2018

Auf dem Gelände der Mariapoli Faro begrüßte uns unser kroatische Projektpartner zum zweiten internationalen Projekttreffen. Da der Großteil der Projektverantwortlichen schon am vorangegangenen Training teilgenommen hatte, konnte unsere Gruppe, bestehend aus nunmehr 12 Personen, direkt ins Programm einsteigen. Das Hauptaugenmerk der intensiven drei Tage lag dabei die vorhandenen und zukünftige Projekte konkret zu verknüpfen und die nächsten Schritte festzulegen. Um dies bestmöglich zu gestalten, wurden zunächst die relevanten Themen rausgefiltert und in Kleingruppen daran gearbeitet. Zudem wurde für jedes Thema ein Verantwortlicher bestimmt, der den weiteren Verlauf kontrolliert und koordiniert. Die Ergebnisse wurden später zusammengetragen und im Plenum diskutiert und ergänzt. Ein weiteres großes Thema war die Nachhaltigkeit der Ideen über das Projektende hinaus. Welche Maßnahmen können wir als Projektverantwortliche jetzt schon ergreifen, um langfristige Perspektiven zu gewährleisten.

Neben den eigenen Projektinhalten war unseren Verantwortlichen auch die Verknüpfung mit der lokalen Bevölkerung und Institutionen ein großes Anliegen. So wurde ebenfalls viel Zeit investiert, die Projektpartner unseres kroatischen Partners, die gerade dabei sind die erste landwirtschaftliche Kooperative Kroatiens aufzubauen, besser kennen zu lernen. Von zwei der Partner konnten sogar die landwirtschaftlichen Betriebe besucht werden, was für unsere Gruppe eine willkommene Abwechslung zum projektbezogenen Arbeiten darstellte. Auch den Besuch des ersten sozialen Unternehmens Kroatiens, einer Chocolateria, und des nahegelegenen Technologieparks, der größte im Lande, ließ sich unsere Gruppe nicht nehmen.

Das Treffen spiegelte dabei gut die Grundideen des Projektes wider, durch internationale Zusammenarbeit lokale Strukturen und Partner fördern und auf ihrem Weg zu unterstützen. Auch deshalb war das zweite Projekttreffen ein voller Erfolg. Zudem konnten die nächsten Schritte festgehalten werden und langfristige Ideen angeschoben werden, an denen es gilt, in der nächsten Zeit zu arbeiten und diese weiter voranzutreiben.

3. internationales Projekttreffen

Starkmacher e.V. / Mannheim (Deutschland) 09.-12.05.2019 Das dritte Projektmeeting führte die Projektverantwortlichen nach Mannheim. Genauer gesagt in Coblitzallee 8, das Zuhause des Starkmacher e.V. und die Geburtsstätte des S-Hub. In den Räumlichkeiten des Starkmachers wurden zunächst die organisatorischen Themen wie die finanzielle Situation, der Zeitplan und der weitere Projektverlauf besprochen. Darüber hinaus wurde das Projekttreffen genutzt, um sich über die aktuellen Entwicklungen innerhalb der verschiedenen Partnerorganisationen und den daraus resultierenden neuen Möglichkeiten auszutauschen. Im besonderen Fokus stand dabei vor allem die RoadMap der Stadt Mannheim zum Thema Social Economy. Ein aktuelles Thema, welches ebenfalls das verbindende Element des Projekts darstellt. Der Starkmacher e.V. ist mit seinem Accelerator-Programm zur Förderung von sozialem Unternehmertum Teil dieser RoadMap. Gemeinsam mit den Projektverantwortlichen wurde nun diskutiert, wie im Rahmen von Start4Change das internationale Netzwerk mit samt seinen Erfahrungen und Know-How eingebunden werden kann. Der passende Rahmen, um sich diesem Thema anzunehmen, war auch schnell gefunden. Mit einem Schiff ging es nämlich am Freitag von Heidelberg das schöne Neckartal flussaufwärts bis zur Vierburgenstadt Neckarsteinach. Die Zeit vor der Abfahrt wurde genutzt, um im Plenum die RoadMap vorzustellen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Schifffahrt selbst und auch der Aufenthalt in Neckarsteinach boten dann den Projektverantwortlichen die Chance, in Einzel- und Kleingruppengesprächen weiter an den relevanten Themen zu arbeiten. In den drei intensiven Tagen wurde der Weg für einen weiteren erfolgreichen Projektverlauf geebnet und die Themen weiter angeschoben. Die Vorfreude auf das nächste Training in Belgien ist dadurch bei den Projektverantwortlichen nur noch weiter gestiegen. 

2. internationales Training

vwz Nieuwe Mensheid / asbl Nouvelle Cité / Gent und Rotselaar (Belgien) 06.10. - 13.10.2019

Das zweite Training führte unsere Teilnehmenden nach Belgien. Das Training selbst war zwei geteilt. Der erste Teil fand in Gent in enger Zusammenarbeit mit dem Technologiecampus der renommierten Universität KU Leuven statt. Im ersten Abschnitt des Trainings lag der Fokus dabei vor allem darauf, Best Practice Beispiele aus dem Bereich Social Entrepreneurship kennen zulernen. Manche Vertreter*innen, wie beispielsweise vom Business-Center De punt aus Gent fanden für den Austausch mit unseren Teilnehmenden den Weg zum Technologie-Campus, andere Unternehmen konnten sich unsere Teilnehmenden direkt vor Ort anschauen. So besuchten unsere Teilnehmenden eine Biofarm und eine Farm, die Baumaterialen aus Hanf herstellt. Außerdem wurde das Sozialunternehmen Weerwerk besucht, welches Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt integriert. Für den zweiten Teil unseres Trainings fuhren die Teilnehmenden nach Rotselaar. Im Zentrum unseres belgischen Partners vwz Nieuwe Mensheid lag der Fokus vermehrt auf Workshops zu verschiedenen sozialen Themen, wie beispielsweise biodynamische und ökologische Landwirtschaft. In den interaktiv gestalteten Workshops bekamen die Teilnehmenden viel neuen und spannenden Input von unseren Expert*innen und hatten auch die Möglichkeit sich mit diesen auszutauschen. Für die Teilnehmenden endete die kleine Rundreise durch Belgien mit einem Stopp in Brüssel. Zum Abschluss der Woche und des Trainings wurde nämlich dort gemeinsam die Prophetic Economy Veranstaltung besucht. Dabei hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit sich weltweit zu vernetzen und in Workshops an verschiedenen sozialen Themen zu arbeiten.

4. internationales Projektmeeting

Starkmacher e.V. / Bad Urach (Deutschland) 14.10. - 16.10.2019 Das vierte internationale Projektmeeting wurde in das internationale Netzwerktreffen des Starkmacher e.V. eingebettet. Einmal im Jahr lädt der Starkmacher e.V. sein internationales Netzwerk nach Bad Urach ein, um sich auszutauschen, neu zu vernetzen und gemeinsam an neuen Projekt(-ideen) zu arbeiten. Die Projektidee sowie der Projekttitel mit "Start4Change" könnte dafür wohl kaum passender sein. So konnten die Inhalte, die Ziele und die schon entstandenen Ideen des Projektes gut in das Netzwerktreffen eingebaut werden und dienten teilweise als Inspiration für andere Ideen. Dank der inspirierenden Impulsvorträge und den spannenden Workshops konnten neue Ideen kreiert und schon bestehende Ideen weiterentwickelt werden, um auch in Zukunft gemeinsam positiven Impact erzeugen zu können.

5. Internationales Projektmeeting

19. – 20.05.2020
Onlinemeeting anstelle des Treffens in Polen bei dem Partner Serfenta
Das 5. internationale Projekttreffen von Start4Change war eigentlich in einer besonderen europäischen Stadt geplant. Cieszyn liegt direkt an der Grenze zu Tschechien und auf der anderen Seite des Flusses Olsa geht die Stadt direkt ins tschechische Cesky Tesin über. Dort hatte das Projekt im Jahr 2018 begonnen und es war die Rückkehr in 2020 auf die gegenüberliegende Flussseite geplant. Doch dann kam die Corona Pandemie und an Reisen war nicht mehr zu denken. Selbst unsere Partner Serfenta (PL) und Petrklic help (CZ) konnten nicht mehr die Brücke über den Olsa passieren und fanden sich vorübergehend in einer geteilten Stadt und an einer unpassierbaren Grenze mitten in Europa wieder.
Wie gut, dass es das Internet gibt, dachten sich alle Projektpartner und so fand das Treffen trotzdem statt, nur eben in Form eine Onlinemeetings.
Direkt zu Beginn erfuhren die Partner Aktuelles von der eigentlich gastgebenden Organisation Serfenta (http://serfenta.pl/en/). Serfenta hat sich zum Ziel gesetzt, das traditionelle Wissen rund um das Flechten von Körben zu bewahren. Dafür interviewen sie erfahrene Meisterinnen und Meister ihres Fachs, die meist schon ein stolzes Alter haben und geben das Wissen dann an junge interessierte Menschen weiter. So ist es zum Beispiel aktuell gelungen einen erst 17 jährigen jungen Mann zum Lehrer im Korbflechten auszubilden. Dieser hat dann international an Fachtagungen und Festivals teilgenommen und sein Wissen weitergegeben. Ein weiterer Erfolg ist die Eröffnung eines Onlineshops sklep.serfenta.pl/pl für die Körbe der in Serfenta organisierten Korbflechtenden. Er erweitert das Angebot Serfentas, das vor allem Schulungsmaßnahmen und Dokumentationen des Fachwissens umfasst. Er entstand zusammen mit dem neu eröffneten Hub in Cesky Tesin unter Mitwirkung des tschechischen Partners Petrklic help und ganz im Spirit von S4C, also dem unternehmerischen Denken gerade auch im non Profit Bereich. Anna, als maßgebliche Initiatorin des gemeinnützigen Vereins Serfenta, betonte, dass auch die weiteren Aktivitäten, der Expansion mit einem Shop nach Tokio, eine weitere Tochterfirma in Tschechien (im erwähnten Hub) sowie die Einstellung zweier neuer Mitarbeitenden, ohne die internationale Zusammenarbeit nicht denkbar gewesen wäre.
In den insgesamt 2 Tagen ging es dann am 19. und 20. Mai vor allem um die Frage, an welchem Punkt das Projekt gerade steht. Es besteht der gemeinsame Wunsch, die Erfahrungen der letzten 2,5 Jahre individuell auf Partnerebene, aber auch gemeinsam auf Projektebene auszuwerten und etwas Bleibendes zu schaffen. Dafür wurden in Online und Offline Sessions Inhalte und Formate diskutiert und entwickelt.
Jeder Partner wird einen Trailer zu seinem spezifischen Highlight aus S4C entwickeln. Darüber hinaus ist ein gemeinsames Produkt geplant, das den Spirit der Partner, den sie in den letzten Jahren der Zusammenarbeit aufgebaut haben, ausdrückt.
Natürlich spielte das Format des Onlinetreffens eine besondere Rolle. Insgesamt waren alle Beteiligten positiv überrascht, wie effizient und eng gearbeitet wurde.
Trotzdem wünschen sich alle, den Projektabschluss gemeinsam in Italien wie geplant durchführen zu können.

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